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Scandic-Tour Porsche Club Isartal-München 2021

7 Teams – 5 Länder – 3 Wochen – 1 Idee: die Porsche Club Leidenschaft grenzüberschreitend leben

 

Welche verrückte Tour-Idee wurde da im August 2019 kreiert, als der PC Finnland beim Classic Round Table zum OGP am Nürburgring sein 50-jähriges Jubiläum für 2021 ankündigte und die anwesenden Clubs einlud.

Schnell fanden sich im PCI bereits Anfang 2020 einige Interessierte, die schon immer mal mit dem Porsche in den Norden wollten. Auch während der Corona-Pandemie blieb das Vorhaben stets im Auge und mit dem Start der Impfungen begannen wir Anfang 2021 mit den konkreten Planungen:

Denn uns war klar: wenn wir schon zum Jubiläum nach Finnland fahren, dann wollen wir noch mehr sehen „vom Norden“: aber wieviel Zeit können/sollen wir ansetzen. Welche Route wollen wir fahren? Welche Fähren sind notwendig? Wann müssen wir buchen? Wo wollen wir übernachten?

Als im April die Teilnehmer, die Route und die Übernachtungshotels fix waren, wurde beim ADAC Mittelrhein der Experte für die Fähr-Buchung tätig und für die Hotel-Buchungen nutzen einige das ADAC Reisebüro in Ingolstadt. Dann fehlten uns nur noch die Corona-Impfungen, denn das war absehbar: ohne Impfung keine entspannte Tour. Aber auch das konnte bis zum Start am 23. August erfolgreich abgehakt werden.

Die Entwicklung des Eventslogos und die Vorbereitung der Geschenke für die dortigen Clubs machten uns eine Menge Spaß und förderten die Vorfreude enorm. Als es dann ans Transportieren und Einpacken der Kartons ging, war ein Teil der Vorfreude verflogen. Wir schafften es dennoch das Dutzend Boxen mit auf die Tour zu nehmen.

So starteten wir am 23. August in München um das erste Etappenziel Rostock anzusteuern. Von dort brachte uns am nächsten Tag die Fähre pünktlich nach Trelleborg in Schweden und unser großes Abenteuer hatte begonnen. Auf dem Weg nach Karlskrona genossen wir immer wieder den Blick auf die Ostsee und die zauberhafte Landschaft. Nach der ersten Übernachtung hatten wir auch schon die ersten Straf-Tickets eingefangen, da wir auf dem öffentlichen Parkplatz zwar bezahlt hatten, aber nicht innerhalb der markierten Parkplätze standen! Adrenalinschub inklusive.

In Stockholm erwartete uns nicht nur verschärftes Regenwetter, sondern rund ums Hotel auch eine Riesenbaustelle, die die Anfahrt echt zur Herausforderung werden ließ. Glücklicherweise konnten wir die Fahrzeuge dann schnell in der Hotelgarage einstellen. Anne und Anke stießen hier „per Flugzeug“ zu uns, da sie Ihren Männern die alleinige Fahrt gönnen wollten. Das Sightseeing-Programm wurde individuell gestaltet, ein Abendessen hatten wir im „Himlen“ vororganisiert, aber die Aussicht aus dem 26. Stock war witterungsbedingt stark eingeschränkt. Schade.

Am Freitagabend gings dann zum Hafen von Tallink-Silja-Lines, diesmal mit Übernachtung an Bord der „Galaxy“ auf dem Weg nach Turku/Finnland. Ein tolles Schiff: an Bord fühlte sich das absolut nach Kreuzfahrt an: Tolles Essen, schöne Kabinen, Traumschiff-Atmosphäre. Und auf Grund von Corona reichlich Platz auf dem Schiff. Freundlicherweise hatte uns die Reederei zur Schiffstour eingeladen und da die Brücke nicht zugänglich war, konnten wir einen Blick in den Maschinenraum werfen. Hochinteressant.

In Turku führte uns der Weg direkt zur nächsten Shell-Tankstelle mit Waschanlage. Denn endlich war der Regen weg und zum Event des Porsche Club Finnland wollten wir nicht mit schmutzigen Autos erscheinen. Leider machte die Anlage beim vierten Auto die Grätsche, so dass wir nach Alternativen Ausschau suchen mussten – und sie nach einigem Suchen auch fanden.

In Alastaro wurden wir vom Präsidenten Matti herzlich begrüßt, der sich mächtig freute, dass unsere 2019er Idee nun tatsächlich Wirklichkeit wurde. Wir genossen das schöne Wetter, die Rennsportatmosphäre mit über 300 Porsche und führten zahllose Gespräche mit finnischen Clubfreunden.

Der Festabend fand im Hotel Naantali Spa statt, das zugleich unser Übernachtungsquartier war. Sehr schönes Haus am Ortsrand des hübschen Städtchens Naantali. Beim Abendessen mit über 140 Personen war der Besuch der „Germans“ natürlich das Gesprächsthema und mit der Überreichung unserer Gastgeschenke (mit Bierkrug und Oktoberfestbier) lieferten wir sicherlich einen der Höhepunkte des Abends. Wir erhielten alle das aktuelle Jubiläumsbuch des Porsche Club Finnland. Ein mächtiges Werk.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von den Clubmitgliedern, teilten uns in zwei Gruppen: zu Fuß zu den schmucken Holzhäusern der Altstadt Naantalis oder mit dem Auto auf den Archipelago Drive. Beides sehr lohnend.

Nachmittags gings dann ab nach Helsinki, wo wir von typischem Großstadtverkehr empfangen wurden. Durchaus respektvoll blickten wir auf zahlreiche zweisprachige Verkehrsschilder und Wegweiser mit russischer Schrift! Die Grenze ist nur rund 180 Kilometer entfernt! Das Radisson Blue Seaside hatte für uns in der Tiefgarage großzügig Parkplätze abgesperrt: Note 1 mit Stern! Mit einer Dinner Cruise und einem Irish Pub Besuch beendeten wir den Tag.
Der folgende Montag wurde individuell zum Sightseeing genutzt, bevor man sich mit dem Vizepräsidenten des Porsche Club Finnland Pekka zum Abendessen im historischen Restaurant Kappeli traf.

Dienstagabend gings wieder zu den Autos: Einladen und ab zum Hafen: Die „Silja Serenade“ (ebenfalls Tallink) brachte uns über Nacht von Helsinki zurück nach Stockholm, wo wir die Stadt erstmals ohne Regenschirm erleben konnten.

Am Mittwoch starteten wir dann gen Westen und übernachteten im Mora Park Hotel, das zu einem großen Campingplatz gehört. So schlicht die Zimmer waren, so große Mühe gab man sich im dortigen Restaurant mit unserem sehr leckeren 3-Gänge-Menü. Und wir durften unsere Porsche auf den Mitarbeiterparkplätzen abstellen. Feiner Zug.

Donnerstags stand nun die Fahrt nach Norwegen auf dem Programm und auch die Frage an der Rezeption nach der besten Route bestätigte unsere Planung. Nur wir hatten die Rechnung ohne die norwegischen Behören gemacht: Border closed! So ein Mist. So blieb uns nichts anderes übrig als zum nächstgelegenen Grenzübergang im Norden zu fahren. Zweifellos eine schöne Strecke, aber 150 Kilometer Umweg brachten den Zeitplan ziemlich íns Rutschen. In Tynset wurden wir von Hans-Georg Helberg und Arlid Helle vom Porsche Club Norwegen begrüßt und zum Kaffee mit Waffeln eingeladen. Mit unserer „bayerischen Geschenkbox“ konnten wir uns stilvoll bedanken. Arlid begleitete uns anschließend zum Übernachtungsort nach Oppdal, während Hans-Georg wieder zurück nach Oslo musste.

Am nächsten Morgen mussten wir tatsächlich die Scheiben frei kratzen. Über Nacht war es klar und frostig geworden, was unsere Cabrio Fahrer aber nicht hinderte offen zu starten. Arlid hatte sich uns angeschlossen, so dass wir beim nächsten Tank- und Autowasch-Stopp die Haube seines klassischen 911er kurzerhand mit unserem PCI-Event-Aufkleber schmückten. Schließlich gings direkt nach Kristiansund, dem nördlichsten Punkt unserer Tour und auf die legendäre Atlantic Ocean Road. Und das bei blauem Himmel. Sensationell. Dort angekommen fuhren wir die ca. 10 Kilometer lange Strecke mehrfach hin und her, um Fotos und Videos zu machen. Ist schon ein außergewöhnliches Stück Straße.

 

Glücklicherweise hatten wir es an diesem Tag nicht mehr allzu weit bis nach Molde, wo wir im Scandic Seilet Hotel direkt an der Küste übernachteten.

Der Sonntag hatte gleich mehrere Highlights zu bieten: nach einer kurzen Fährüberfahrt erwartete uns in Andalsnes Knut-Tore in seiner wunderbaren Garage. Aus der ehemaligen Tankstelle seiner Eltern hat er ein privates Museum für Porsche und Volkswagen gezaubert. Man konnte sich schlichtweg nicht sattsehen.  Freundlicherweise erwarteten uns auch ein frischer Kaffee, diverse Cookies und jede Menge Fachsimpelei rund um unser gemeinsames Hobby. Mit seinem roten 914er führte er uns dann zum Trollstigen, jener legendären Bergstrecke, die durchaus auch in den Alpen sein könnte. Vom Plateau führen einige Fußwege zu den Aussichtsplattformen, die grandiose Aussichten auf die Berg- und Wasserwelt Norwegens bieten. Arlid verabschiedete sich hier, da er noch 7 Stunden Fahrt nach Hause vor sich hatte. Auch zu Knut-Tore sagten wir „Servus“, da ja noch der Geirangerfjord auf uns wartete. Nach einer weiteren kurzen Fährüberfahrt erreichten wir den ersten Aussichtspunkt, bei dem wir doch tatsächlich alle 7 Fahrzeuge nebeneinander parken konnten. Der erste Blick auf den Geirangerfjord. Atemberaubend. In endlosen Serpentinen schraubten wir uns nach unten auf Meereshöhe und das kleine Kreuzfahrtschiff war plötzlich riesengroß. Schnell im Hotel einchecken und den kleinen Ort erkunden. Abends hatte Bernd im Restaurant Vesteras, hoch über dem Fjord reserviert und anspruchsvolle Anfahrt war es wert. Tolles Ambiente und leckeres Essen.

In den Montag starteten wir bei bedeckten Himmel und dem direkten Werg zum Dalsnibba, dem höchsten Aussichtspunkt ins Geirangertal, der nur über eine Mautstraße erreichbar ist. Am Parkplatz kaum Fahrzeuge, kaum Touristen: es war noch früh und recht frisch. Aber sehenswerte Ausblicke .

Glücklicherweise gings danach vorwiegend bergab, da wir bei nächster Gelegenheit tanken mussten. Durch archaische Landschaften kamen wir der Zivilisation wieder näher, Wintersportorte tauchten auf und kurz vor Lom auch die ersehnte Tankstelle. Schon vor Lom passte uns Per vom norwegischen Porsche Club ab und fuhr im 991er voraus zum Parkplatz in der Stadt. Nach einem kurzen Hallo steuerten wir gleich das Restaurant BrimiBue an, wo wir hervorragend bewirtet wurden. Anschließend stand die Besichtigung der hölzernen Stabkirche aus dem 12. Jahrhundert, mit Porsche Foto auf dem Programm, bevor wir uns aufmachten, die Valdresflye Route zu fahren. Die Strecke gehört in Norwegen zu den „Nationalen Touristenstraßen“ und diese Auszeichnung in jedem Fall verdient. Wir waren tief beeindruckt von der kargen Landschaft dieses Hochplateaus. Das hatten wir so nicht erwartet. Auch nicht erwartet hatten wir den Empfang in Gjøvik: kaum waren wir vor dem Hotel vorgefahren kamen die Clubfreunde aus Norwegen mit einer ganzen Schar von Fahrzeugen. Schnell waren wir und unsere Autos umlagert, ans Auspacken war nicht mehr zu denken. Beim Abendessen setzten wir die Benzingespräche nahtlos fort.

Der nächste Tag begann regnerisch, aber das war schnell vorbei und auf der malerischen Uferstraße des Randsfjorden steuerten wir Oslo entgegen. Vielmehr war zunächst das Ski-Stadion Holmenkollen unser Ziel. Dort erwartete uns Steinar, der Vizepräsident des norwegischen Porsche Club mit zahlreichen Freunden. Steinar hatte unsere „Tour-Begegnungen in Norwegen“ perfekt vorbereitet. Auch hierfür gabs eine Geschenkbox, sowie einen Original Münchner Gin. Zum Lunch waren wir eingeladen und auch der anschließende Besuch des Ski-Museums und der Sprungschanze war für uns kostenfrei. Vielen Dank an den Porsche Club Norge. Gisle und Chewy erklärten uns auf Deutsch die wichtigsten Fakten zum Wintersport im Speziellen und Oslo im Allgemeinen.

Mit einem spontanen Besuch beim Porsche Classic Center Son begann der Mittwoch. Espen Olsen führte uns durchs Haus und zeigte uns auch die „Geheimnisse“ des Untergeschosses, inklusive eines echten „Sooners“. Ohne die Steuer-Thematik hätte Bernd beinahe einen 993er erstanden. Schöne Autos haben die da. Der letzte „Termin“ in Norwegen führte uns zum Club-Gelände in Fredrikstad.

Tom vom der Region Ostfold hatte das organisiert und auch Der Präsident Tromod ließ es sich nicht nehmen dabei zu sein. Bei Kuchen und Sandwiches wurde über Porsche und Clubthemen dsikutiert. Schließlich begleiteten sie uns noch auf der Autobahn bis zur nahen Grenze. Klasse Truppe.

In Schweden fuhren wir direkt nach Göteborg, wo wir im Radisson Blue Scandinavia schon erwartet wurden. Flugs war die Garage geöffnet und reservierte Stellplätze erfreuten unser Herz. Zum Dinner hatten wir uns mit Erwins Freund Lars aus Göteborg im Restaurant Tavolo verabredet. Peter vom schwedischen Porsche Club, Organisator der Europaparade 2006, stieß mit seiner Frau ebenfalls dazu. Nette Runde. Leider war die Musik im Lokal etwas zu laut, so dass die Gespräche fast zu kurz kamen.

So nutzten wir den spontanen Vorschlag von Peter uns am nächsten Morgen noch beim Porsche Zentrum Göteborg zu treffen. Liegt ja auf dem Weg nach Süden. Ein paar Gruppenfotos, ein Kaffee und dann gings auch schon wieder ab auf die Piste Richtung Dänemark. Von Malmö nach Kopenhagen überspannt mit der Öresundbrücke, die längste Schrägseilbrücke der Welt das Wasser mit einer Länge von knapp 8 Kilometern. Spektakuläre Fahrt.

Auch das Hotel Vesterbro in Kopenhagen hatte eine Tiefgarage, so dass unsere Autos zügig verräumt waren. Die individuellen Sightseeing-Touren endeten alle am Nyhavn, wo wir bei lauen Spätsommer-Temperaturen schön im Freien sitzen konnten. Im Bewusstsein, dass sich eine tolle Tour dem Ende entgegen neigt , genossen wir den Abend ausgiebig und hatten nochmal viel Spaß am Tisch.

Mit der Fähre von Rödby nach Puttgarden auf Fehmarn endete das „Auslandsabenteuer“ und kurz danach wartete schon der erste Stau. Wir sind wieder zu Hause. In Lübeck verabschiedeten sich Ute und Christian Richtung Bremen, Andrea und Gerhard steuerten tags darauf die Elbmetropole Hamburg an. Die fünf restlichen Teams fuhren über Magdeburg nach Erfurt, um dort die letzte Übernachtung einzulegen und den finalen Abend zu genießen.

Sonntagnachmittag waren wir alle wieder zu Hause, mit vielen Erinnerungen an eine einmalige Tour.

Erwin Pfeiffer

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